Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one beautiful world - 26.05.2016 um 13:38:38

 adeus vizinhas 


 fronleichnam in lissabon 


 bild von paula rego irgendwie erschreckend aktuell 


 wenn die beine schmerzen  


 ein vollkommener tag am meer 


the long goodbye - ich lasse mir zeit mit dem abschied. heute ist in cascais die eroeffnung von paula rego's neuer ausstellung. bin gespannt.obwohl ich online kein bezahlbares zimmer in lissabon gefunden habe, muss ich nicht auf der strasse schlafen. aber wo die geniale pension ist, sage ich diesmal nicht, sonst ist die naechstes mal auch ausgebucht.

i take my time to go back home. tonite paula rego opens her new show of pictures at the casa de historias in cascais. look forward to it.
although i wasn't able to find a lowprice room in lisbon online i don't have to sleep in the streets. but i won't tell anyone where this fantastic little pension is, so it won't be fully booked next time.
luisa in one beautiful world - 25.05.2016 um 09:05:44

  


  


  


  


  


In gesundheit, in krankheit, in freude und schmerz – ich kann nicht anders, ich liebe dieses land. Zecken, erntemilben, schlangenbiss, regenstürme – nichts wird das ändern. Ich habe es auf jede art erkundet, mit dem eigenen auto, mit dem mietwagen, mit dem rad, zufuss. Gestern wieder – hab das auto in die werkstatt gebracht, wo es bleibt bis ich wiederkomme, und der mechaniker hat mich nach reguengos gefahren. Dort hatte ich drei stunden zeit bis zum bus. Ich folgte den trampelpfaden durch brachland und gewerbegebiet und kam bei den ureinwohnerInnen raus, ich grüsste. Sie staunten. Grüssten und winkten zurück. Niemand geht da hin, sagt robert. Da haben alle angst. Aber wovor?
Obwohl es so ein anstrengender tag war und ich beinahe den bus verpasste hatte ich eine tiefe freude. Abends sassen die nachbarinnen vor dem haus. Das ist eine nuss die ich noch knacken muss: ich verstehe sie total schlecht. Ich verstehe vielleicht jedes dritte vierte wort, reime mir zusammen um was es geht und sage ein paarmal "pois". Sie scheinen alles auf einmal zu sagen. Meine oma kommunizierte mit fremden gar nicht erst. Sie sagte dann vielleicht zu mir: wos mog er? Wos sogt er? Wie mum mit dem engländer. Er sprach sie in perfektem deutsch an und sie wandte sich, hilflos, an ilse, damit sie übersetzt.

In sickness in health, in joy, in pain – i can't help it, i'm in love with this country. Ticks, harvest bugs, snake bite, rainstorm – nothing will change that. I have explored it in any possible way, with my own car, with a rented car, with a bicycle, walking. Like yesterday. I took my car to the garage where it will stay till i come back. The mechanic drove me to reguengos. I had three hours till the bus left. I followed the footpaths through macchia and industrial sites and ended up at the aborigine dwellings. I greeted, they were surprised, greeted and waved back. Nobody goes there, robert says,everybody is afraid of them.
Although it was an exhausting day and i almost missed the bus i felt a deep joy. In the evening the neighbour cronies sat in front of the house. That's a nut i have yet to crack: i don't understand them very well, maybe every third or forth word and then i say a few times „pois“. They seem to utter everything at once.
My granny communicated with strangers only through ilse and me. She'd say: what does he say? What does he want. Like mum with the englishman. He spoke to her in perfect english and she would helplessly look at ilse to translate.

luisa in one world - 24.05.2016 um 11:08:26

 auf dem warmen brunnenrand meditieren 


 und störche beobachten 


  


ich lese gern portugiesische magazine um meine sprachkenntnisse zu verbessern, vor allem grammatik und so. im sonntagsmagazin von diario de noticias schreibt die chefin eine glosse, ob feministinnen stöckelschuhe tragen dürfen. was für eine blöde frage.
die einzig wahre frage ist doch:
warum wurden stöckelschuhe nicht für männer erfunden?

i often read portugese magazines to improve my language knowledge, especially grammar. in the sunday supplement of diario de noticias the editor in chief writes a column about:
can feminists wear high heels?
but the only interesting question is:
why were high heels not invented for men?
luisa in one mysterious world - 23.05.2016 um 06:38:57

 steinzeitlicher kreis 


 ameisentransport 


Dass es demnächst regnen wird merkt man daran, dass wie aus dem nichts überall ameisen auftauchen.
Ich passe immer sehr auf dass ich kein essen auf den boden fallen lasse, weil schon die kleinste menge allerhand ameisen auf den plan bringt. Gestern also fielen mir winzige fragmentchen von einem croissant auf der terrasse auf den boden. Ein klumpen mikroameisen bedeckte sie schon. Ich holte den besen und wollte gerade losfegen da fühlte ich mich plötzlich am boden bei den ameisen und sah den riesigen besen auf mich zukommen. Ich stellte ihn weg, setzte mich wieder hin, schaute den ameisen zu und bemerkte etwas erstaunliches:
die kleinen ameisen umkreisten das größte stück – fingernagelgroß – hängten sich an den rand, bissen ihn rund und begannen mit dem abtransport, aber nicht linear sondern rund. Sie drehten sich mit der beute im kreis auf ihren bau zu, es war wie ein ritual, wie ein kreistanz. Andere ameisen hatte in der mauer schon einen raum freigemacht und sand häufte sich vor der öffnung auf. Die ameisen drehten sich mit ihrem stück croissant auf den sandberg zu. Mir war klar, dass sie stunden brauchen würden, um da hochzu kommen also nahm ich ein winziges stöckchen und machte den sandberg etwas flacher.sie drehten sich noch einmal und schoben das stückchen dann hoch und hinein in ihre bude.

When ants start to crawl about everywhere the weather will turn, it will soon rain. Many ants yesterday.
I'm always very careful not to drop food to the ground because it immediately attracts all kinds of ants.yesterday i was having a croissant with my tea on the terrace and i dropped tiny bits of it. I went for the broom and was about to sweep it all away when i suddenly felt myself turned into an ant and i saw the gigantic broom over my head. Panic! I put the broom away, watched the tiny beings and saw something extraordinary: they surrounded the biggest of the croissantfragments, ate tiny bits of it so the edge was round and then started to move it but not linear, they turned round in circles. It looked like a ritual, like a dance in a circle. Turning round and round they came closer to the wall where other ants had already opened a space, a little sand mound showed where. I realized it would take them hours to get that piece of croissant into their home and took a small stick, flattened the mound. They pushed the piece up and in, turning it round again.
luisa in one beautiful world - 22.05.2016 um 10:07:08

  


  


  


Doch, es gibt leute, die laufen einmal durch monsaraz, findens ganz schön, knipsen, vielleicht kaufen sie was, vielleicht essen sie auch da. Aber das wars dann. Die landschaft – naja, langweilig. Nix besonderes. Im winter zu feucht im sommer zu heiß. Die steine? Was ist mit denen?
Ich weiss nicht wo das bei mir herkommt, dieses einsinken in einen raum, den ich vorher einfach nicht kannte. Dieses entzücken. Dabei ist mein aufenthalt hier (sieben jahre jetzt) nie wirklich komplikationslos. Eben, diese prozesse, die in gang kommen, das erinnern, das körperlich durchlaufen. Es fühlt sich uralt an, ich glaube aber nicht an reinkarnation oder sowas. Eher sehe ich morphogenetische felder, wie rupert sheldrake sie beschreibt. Ich hole die information von einer wolke, ein bisschen wie in der neuesten computertechnologie.
Ich saß vorgestern abend bestimmt eine stunde auf den steinstufen von der burg und wartete auf den mond. Dann runter zum see, rotgolden ging die sonne wie ein buschfeuer unter, auf der anderen seite erschien der bleiche mond, die wolken färbten sich rosa, grau, weiss, ich tauchte im see ein, mein atem veränderte sich, ich trieb im wasser wie ein säugling im uterus, geborgen und zugleich inspiriert. Enten flogen auf, zwei störche, vogelgesang, ich atmete wie ich noch nie geatmet habe. Mondatem.
Ich kenne atemtechniken, ich kenne viele arten von magie. Vor der geburt meiner tochter habe ich eine atemtherapie bei ilse middendorf gemacht, um das kind geschmeidig und natürlich zu gebären. Aber das war nochmal anders. Erdig, körperlich, stark. Jetzt ist der atem wie ein tor in eine andere welt. Er scheint mich fast aus dem körper zu heben. Mondatem.

There are people who come to see monsaraz, they walk through, take pictures, lovely, nice, maybe they shop or eat something. But that's it. Landscape? Boring. Nothing much. In winter too humid, in summer too hot. The rocks? What about them?
I don't really know why i'm so enchanted - that floating into a space i hadn't experienced before. And yet my stay here (seven years now) is never without complications, what with the remembering and going through processes quite physically. It's something old and mind you: i don't believe in reincarnation or anything like it. Maybe it's more what rupert sheldrake says: morphogenetic fields. You pick the information from a cloud, a bit like the latest internet technology.
The night before last: i sat on the steps to the castle and waited for the moon, an hour or so. then down to the lake, red and golden the sun went down like a bush fire, a pale moon rose. The clouds went red and grey and white. I sank into the lake, my breath changed, i floated like a baby in an uterus, protected and at the same time inspired. Ducks left the water and flew, two storchs high up in the sky. Birdsong. I breathed like never before. I'm familiar with many kinds of breathing, many kinds of magic.
During pregnancy i went to a breathing therapy instead of workout in order to be able to give birth naturally. Worked well. But that was different. It was earthy, strong. Now breath is more and more a door to another space.

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