Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one quiet world - 19.01.2019 um 08:55:44

  


Ich muss nicht meditieren gehen – mein leben hier ist meistens eine einzige meditation, vor allem jetzt im winter. Die meisten cafés und restaurants sind geschlossen, viele einheimische fahren „in den süden“, haben an der algarve verwandte.
Da wächst eine stille – vor allem nachts - wie ich sie aus deutschland überhaupt nicht kenne. Das hirn fängt an sich zu dehnen wie der strudelteig, den annamirl um die faust kreisen liess sodass er dünner und weiter wurde. Kein laut. Ein gewebe aus stille. Die tentakel meiner wahrnehmung schwingen hinaus in dieses feld aus dunkelheit und stille und zurück zur hirnbasis, wo aus der tiefe bilder auftauchen und wieder zerplatzen.
In meditationen geht es ja darum, die gedanken wie wolken weiterziehen zu lassen und nichts festzuhalten. „nichts denken!“ sozusagen. Ich liebe meine gedanken und die bilder dazu, festhalten will ich sie aber auch nicht. Kopfkino halt!

I don‘t need to go to meditation – my life here is especially in winter one big meditation. Most cafés and restaurants are closed, many alentejo people „go south“ in winter, have relatives down at the algarve.
Silence is growing – at night – like i never experienced it in germany. The brain extends to the void like the dough for applestrudel annamirl used to swing around her fist so it got thinner and wider and never broke. No sound. A fabric made of silence. The tentacles of my perception swing out and about to this field of silence and darkness and back to brain base, where pictures from the depth bubble up and burst.
In meditation it‘s all about letting thoughts move on like clouds without clinging to them „to think nothing“. I love my thoughts and the pictures coming with them, but i don‘t want to hold on to them either. it‘s like brain cinema.
luisa in one puzzling world - 18.01.2019 um 11:59:36

  


  


  


Ich weiss nicht ob ihr die geschichte kennt, ich glaub von heinrich böll ist sie, die geht ungefähr so: ein tourist sieht am strand einen fischer in seinem boot liegen und sagt: warum gehst du nicht fischen? Weil ich in der sonne liegen will, sagt der fischer. Aber wenn du hinausfährst und fische fängst kannst du geld verdienen, sagt der tourist. Wozu brauche ich geld! Sagt der fischer. Damit du später in der sonne am strand liegen kannst, sagt der tourist.

Ich hab hier eine frau getroffen, bei der geht’s genau umgekehrt: sie hat eine sehr grosse sehr kaputte ruine gekauft, hat unvorstellbar viel geld bezahlt und steckt genauso viel noch hinein um sie bewohnbar zu machen. Warum machst du das? Frage ich sie. Sie: ich will das haus nachher mit gewinn verkaufen. Mein traum ist ein kleines häuschen am meer.
Mit dem geld, das sie da reinsteckt könnte sie nicht nur das häuschen kaufen, sondern auch noch lustig bis ans lebensende leben (sie ist älter als ich). Versteh das mal eine/r!
Was ich daran so interessant finde: da geht die imagination einen total wilden umweg. Warum nicht gleich das imaginieren, was man wirklich will?!


I don't know if you have heard the story, i think heinrich böll wrote it down, a tourist takes a walk by the sea and sees a fisherman lying in the sun in his boat. Why don't you go fishing? The tourist asks. Because i want to enjoy the sun, the fisherman says. But if you go fishing you can earn money, the tourist says. What do i need money for! The fisherman says. So you can later do nothing and lie in the sun, the tourist says.

A story quite the opposite i heard from a woman i met here. She bought at an incredibly expensive price the ruin of a very big house and now restores it for another mad sum to make it habitable. Why do you do that? I asked her. She said: so i can sell the house with a profit later on. My dream is a little house by the sea.
With the money she puts into this ruin she could not only buy the little house but live off it for the rest of her life (she is older than i am). Who can understand that?!
The interesting point for me: the imagination goes wild. Why not visualize what you really want?
luisa in one world - 16.01.2019 um 12:45:15

 winter 


 sommer 


 herbst 


  


Als ich anfing darüber nachzudenken, in welchem land ich wohl mit 600 euro rente leben (nicht überdauern) kann, war vorübergehend auch senegal in der engeren wahl, wo es mir aber einerseits zu anstrengend war und andererseits vermisste ich die jahreszeiten.
Hier im alentejo habe ich jetzt zwei jahreszeiten an einem tag: nachts winter, tagsüber frühsommer. Das mag ich.

Im waschsalon läuft immer der fernseher, da hab ich jetzt die abstimmung im englischen unterhaus gesehen, wie may in hohn und feindseligkeit unterging, furchtbar eigentlich wie da rumgeschrien wird. Würde man von politikern nicht mehr disziplin und sachlichkeit erwarten? Und die opposition, die bis jetzt überhaupt keinen brexit plan hat. Da bin ich jetzt echt gespannt wie das weitergeht.


When i started thinking about where to live with only 600 euros pension (live, not just endure) i thought for a while it could be senegal, which of course was too much of a hassle and i would miss the seasons.
Here in the alentejo i have two seasons in one day – at night its grim winter, during the day a mild early summer appears, quite pleasant!

In the laundrette there is tv day and night, so i saw the votes about may's brexit plan and how she drowned in hostility and mocking. Terrible the shouting and laughing, wouldn't you expect more discipline and rationality of politicians? Opposition seems to have no idea yet, what to do about brexit. I really wonder how things will develop.
luisa in one world - 15.01.2019 um 12:10:06

  


  


ein paar tipps:

vom 25. bis 27. januar im schloss goldegg "die wilde kraft"

lesung und anschließend gespräch am 29. januar im frauenbuchladen münchen barerstr.70 um 20 uhr/einlass ab 19.30/ aus meinem buch "blühende fantasie"

am 2. februar workshop im frauenmuseum wiesbaden zum thema "kraft der visionen und der imagination"

am 3. februar im frauenmuseum wiesbaden 11 uhr matinée: "wo das wünschen noch hilft" über die kraft der visionen

die kunsthalle münster zeigt noch bis märz eine ausstellung der arbeiten von mary beth edelson - sehenswert!
luisa in one sunny world - 13.01.2019 um 14:12:20

  


  


 aber heilige tiere werden doch nicht gegessenoder 


Gegen mittag wird’s immer schön warm, dann mache ich wieder meine kleinen wanderungen (fieber weg). Gestern ging ich einen feldweg den ich noch nicht kannte und entdeckte eine traumhaft schöne anlage aus grossen steinen. Ich verscheuchte einen truthahn von der strasse und dachte darüber nach, dass für amerikanische ureinwohnerInnen truthähne heilige tiere sind.

Around noon it's always getting nice and warm and i started doing my walks again (fever gone). So yesterday i chose a sandy path i hadn't discovered before and ended up in a marvellous megalith site. I chased a turkey from the main road and thought about turkeys being holy to the first american nations.

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