Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one beautiful world - 09.09.2018 um 10:01:39

 alquevasee früh am morgen 


 die burg von alconchel 


 altstadt von caceres 


 frühstück auf der avenida 


 malpartida de caceres 


 steinlandschaft bei valencia de alcantara 


 unterhalb marvao ist alles abgebrannt 


 marvao 


 am schönen stausee bei portalegre 


 vorläufiges ende der reise 


Seit vielen jahren nehme ich mir vor, mal nach caceres zu fahren. Gestern war ich früh wach und fuhr gleich los. Die extremadura ist eine wilde landschaft, die allerdings von europa zur agrarwüste verwandelt wird: riesige maisfelder, eukalyptusplantagen, schon halb abgebrannt, grausam. Die leute in der eu, die in heissen ländern wein, eukalyptus und mais (alle drei entziehen der erde extrem viel wasser und brauchen viel davon) fördern, sollen jetzt mal einen betriebsausflug hierher machen.

Caceres ist eine laute, schnelle, obwohl nicht besonders groß großstädtische stadt. Man fährt durch den üblichen industrie und wohnburgen-gürtel hinein, prachtboulevard, die leute entspannt, trinken kaffee, unterhalten sich. Schöne atmosphäre. Aber leider: mörderischer verkehr, einbahnstrassen labyrinthe und keine parkplätze. Ich muss ohne auto nochmal herkommen. Nach einem frühstück fuhr ich also weiter nach malpartida, wo gerade ein fest stattfand, mit einigen schwierigkeiten eine fahne gehisst und ein loblied auf die extremadura gesungen wurde. Es gibt da auch diesen park mit eindrucksvollen felsformationen und das museum des deutschen künstlers wolf vostell (1932 bis 98), das mir eher wie ein deutscher albtraum vorkam, schwamm drüber, es war sowieso geschlossen.

Die nächsten hundert kilometer schien ich vollkommen losgelöst von zeit und raum durch eine unwirkliche landschaft in allen gelb- und ockertönen auf wohlige art verloren zu gehen. Ab und zu hielt ich an und stieg in die steinlandschaft. valencia de alcantara hat doch wahrhaftig einen bahnhof. Züge gibt’s in portugal und spanien eher weniger. Die meisten leute reisen mit dem eigenen auto oder per bus.
Die grenze zwischen spanien und portugal ist wild und rau, adler kreisen über den bergen, die aussehen wie kleine dolomiten, verwaiste wohnhäuser, die früher wohl von den familien der zollbeamten bewohnt waren, verfallen jetzt in schönheit. Überhaupt: viel verfall, überall. Riesige gutshäuser samt kirchen und ställen verrotten so langsam in der landschaft. Die natur holt sich am ende alles zurück. Unterhalb marvao hats viele hektar wald und naturschutzgebiete weggebrannt. Ich fühlte mich nicht mehr so wohl zwischen all den verbrannten flächen und all dem, was noch brennen könnte. Fand einen wunderhübschen stausee und sprang rein. Er schenkte mir einen kleine zauberhaften kristall.



For many years now i've been thinking: i should visit caceres. Yesterday was the day, i woke up early and off i went. Extremadura in spain is a wild landscape that has been transformed by eu money to an agricultural desert, what with endlessly large cornfields and eukalyptus . The people in the eu who sponsor eukalyptus, vine and corn (all three need lots of water) in dry countries should personally have a good look at what it does to nature!
Caceres is charming – loud, fast and although not a big city with all the flair of one. I had breakfast in the park of the avenida where everyone seems to meet, have coffee and chat. Alas – the traffic is fast and there are not many possibilities to park the car, but every possibility to get entangled in a maze of one-way-streets, so i left and had a look at malpartida de caceres, where a festival was going on and they pulled up a flag (with some difficulty) singing a song to praise the extremadura.
There is a natural park with impressive rock formations and the museum of wolf vostell (german artist 1932 - 98), to me it seemed more like a prison, but it was closed anyway.

The next hundred kilometres were kind of unreal, i drifted into a space of all shades of occre and felt a bit lost in a good way. Climbed up the strange rocky hills and down again to fairy-tale-land. Valencia de alcantara has a trainstation. You don't find many trains in spain and portugal. Most people travel in their own cars or in buses.
The border between spain and portugal is wild and rough, many eagles circle over mountains which look a bit like the dolomites only smaller. The houses, originally probably inhabited by the people who worked at the border, now crumble. There is a lot of decay and even big farmhouses with chapel and stables fall down. In the end nature takes everything back.
Coffee, water, fuel and off to portugal, to marvao, where a fire has destroyed most of the forest underneath marvao. Luckily i found an enchanting lake near portalegre and jumped in. It gave me a present: a small sparkling cristal.
luisa in one sunny world - 06.09.2018 um 18:10:17

 albtraum luz 


 vogelparadies alqueva 


 einer von vielen stränden am see 


  


 da fahr ich doch nicht in die karibik 


Als der alqueva stausee geplant und realisiert wurde, musste als einziges das dorf luz umgesiedelt werden. Ein neues dorf wurde gebaut, geld war genug da. Ich habs schon einige male hier beschrieben. Heute war ich mal wieder im neuen dorf luz. Die architekten, die dieses dorf dann entwarfen und bauten gehören eigentlich eingesperrt – in solche häuser. Das wäre so eine chance gewesen, mit den leuten zusammen ein lebendiges wunderbares dorf zu gestalten. Das dorf ist tot. Lebendiger als die straßen, die z.b. „rua G“ oder „rua traz“ /hintere strasse heissen, ist der friedhof, der ziemlich gross ist.

Die bewohnerInnen wurden bei der planung des neuen dorfes nicht einbezogen, ihre möbel passten zum teil gar nicht in die neuen häuser, anstelle eines cheminees bekamen sie eine heizung, die sich die meisten nicht leisten können. Viele der häuser sehen verlassen aus, einige sind zu verkaufen. Es soll da eine bar geben, die gute musik hat. Ich hab nix gefunden.
Für das dorf luz war der stausee eine katastrophe, für die region ein segen. Es regnet mehr und wo wasser ist, wächst auch was. Der alqueva see ist 85 km lang und mehrere km breit, der größte stausee europas – da gibt es buchten und strände an denen man völlig allein ist. Traumhaft.

When the alqueva dam was planned and built, only the villag luz had to be flooded and rebuilt further uphill.there was enough money. I wrote about luz several times before. Today i visited the village luz again. The architects who planned and built the new luz should be locked up, maybe in one of the houses they built.It could have been such a chance to create a lively beautiful village together with the people who would then live there. The village is dead. More alive than the streets, which have names like „rua G“ or „rua traz“/backroad is the cemetary , which is quite large.

The inhabitants of luz were not included in the planning of the new village, their furniture often didn't fit into the new houses, instead of a fireplace they now had heating, which most people cannot pay. Many houses look abandoned, some are for sale. There's supposed to be a bar with good music – i didn't find anything the like.

What was a catastrophy for the inhabitants is in fact a blessing for the region. There is more rain now and where there is water you can grow all kinds of vegetables, plants, vine ecc. The alqueva lake has a length of 85 kilometres, and a few kilometres wide, its the largest artificial lake in europe – there are bays and beaches where you can be totally alone and meet no one. A dream!
luisa in one world - 05.09.2018 um 10:14:21

 blick von der weinterrasse auf monsaraz 


 abschlaffen und lesen in der hängematte 


 wolken aber kein regen 


 der strand morgens 


Die grosse hitze ist vorbei. Gestern abend konnte ich zum ersten mal nach langer zeit wieder auf der ervideira weinterrasse sitzen und einen kleinen invisivel trinken. Wolken ballen sich zusammen – es regnet aber nicht.
morgens um sechs putze ich, die hitze produziert endlos staub, dann geh ich schwimmen. Restalkohol trifft auf fitness. Der mann von der gemeinde reguengos säubert den strand. Der see ist morgens so wunderbar. In den baumkronen zwitschern hunderte stare. Als ich vorbeigehe fliegen sie alle auf und ein stück weiter fallen sie wie steine zu boden. Stare machen das. Ich habs zum ersten mal in cornwall gesehen.

Ich habe angefangen an meinen lieblingsplätzen müll einzusammeln, das hab ich auch schon in ambach und an der isar in münchen gemacht. Es ist ein internationales phänomen, dass mütter verschissene windeln wegwerfen, leute ihre scheisshaufen mit klopapier hinterlassen, schlimmer noch mit papiertaschentüchern, die über hundert jahre brauchen um zu zerfallen, dass jugendliche bierdosen wegschmeissen oder flaschen, die sie gern vorher zerschlagen. Vermutlich wird viel viel später unsere zeit als das zeitalter des mülls in die geschichte eingehen.



The great heat is over. Last night i was able for the first time in a long while to sit on the ervideira wine terrace of monsaraz with a small glass of invisivel. Clouds gather but there is no rain.
At six in the morning i get up, clean everything (incredible amount of dust during the heat), then i go for a swim. The man from reguengos commune cleans the beach. The lake is so wonderful in the morning, quite calm and transparent and clean. In the trees hundreds of starlings twitter and chirp. When i go past they all fly up and then, further away, fall to the ground as starlings do. i first saw that in cornwall.

I have started to pick up garbage at my favourite places and take it to the bin. I did this in ambach and by the river isar too, it's an international phenomenon. Mothers chuck their kids' dirty nappies, people have a shit and leave it all covered in toilet paper, or worse, paper hankies (which take more than a hundred years to dissolve). young people throw beer cans away and glass bottles, which they like to break and leave in sharp pieces. I suppose our time will much later be known as the era of garbage.
luisa in one puzzling world - 04.09.2018 um 11:04:58

 die kleine wagenburg am see wo wohnmobile eigentlich verboten sind 


Ich kam mit einem deutschen paar ins gespräch, die schon seit jahren mit ihrem wohnmobil, naja, es ist eher ein high tech koloss hier her reisen. Ein riesiges wohnmobil, ein anhänger mit kanu, diversen surfbrettern, fahrrädern, werkzeug und natürlich ein motorroller zum einkaufen usw. Wenn die sonne sehr heiß ist oder wenns regnet sind sie eher im inneren. Sie haben drei hunde! Sie wollen sich von der zivilisation weitgehend zurückziehen: Wir sind autark! Wir wollen in die natur und uns aufs wesentliche beschränken. Hä? Sie haben fernseher, internet, eigenen strom, waschmaschine, spülmaschine, kühlschrank, staubsauger, motorsäge usw... rückzug in die natur? Autark? Unter autark habe ich mir immer was anderes vorgestellt. Sie müssen Wasser und Essen irgendwo herbringen. Bis sie an diesem schönen natur-ort sind, haben sie rund dreissig bis vierzig liter diesel pro hundert km gebraucht. Die hunde fressen dosenfutter. Sie sagen, sie entsorgen ihren müll in der tonne, das ist schön, aber, äh, selbstverständlich oder?
Wenn nachts jugendliche stören lassen sie die hunde los. Als wären sie in ihrem eigenen garten.
Die meisten leute in wohnmobilen sind auch ein bisschen paranoid, von wegen „zigeuner die stehlen“ und so. Manche wohnmobil reisenden kommen gern im pulk und bilden eine wagenburg, die diversen hunde knurren, bellen und ob sie beissen weiss ich jetzt nicht. Von wegen rückzug. Besser ausgestattet als die ist hier kein einheimischer.
Bisher waren die portugiesischen behörden immer sehr locker, aber es stellt sich halt doch raus, dass sie zwar jede menge dreck da lassen, müll, abwasser usw. aber geld eher nicht und die schönsten plätze einfach zu parken.
Ich hatte ja tatsächlich mal die fantasie, im wohnmobil rumzufahren. Die ist mir vergangen, obwohls natürlich auch sehr nette wohnmobilreisende gibt.

I talked to a german couple who has been travelling to portugal for years in something like a high tech super van. They want to „retreat to nature“ and be „autonomous, dependent on no one“ - now that's a bizarre way to see their situation. They need about 30 to 40 litres of diesel for a hundred km to arrive in this beautiful nature, they need food and water and food for their three dogs. Where is independence here?
They say they take all their garbage to the bin - nothing to boast with!
Many people in campervans are a bit paranoid what with „gypsies stealing“ ecc. some build a circle of vans like a fortress and release the dogs when they feel unsave. The truth is that the inhabitants of the little villages here can only dream of the luxury those campers travel in, satelite dish, tv, computer, fridge, washing machine, some even drag boats, little cars, motor scooters, bycicles, surfboards along.
Until now the authorities here were very relaxed about camper vans, but now they start chasing them to the official campsites, because they leave a lot of garbage and dirt but no money and occupy the most beautiful sites.
I actually had the idea of moving about in a campervan myself. Not any more, although of course there are very nice people travelling in campervans too.
luisa in one world - 03.09.2018 um 10:33:28

 die kleine wallfahrtskirche vom heiligen sebastian 


 die männer tragen sebastian 


 die kinder tragen die kleine marienfigur 


 und sie trägt die heilige barbie 


Heute ist ein grauer tag von dem sich alle regen erhoffen. Bei grösster affenhitze fand gestern noch der sebastians-umzug statt, der von telheiro zur sebastianskapelle und zurück nach telheiro führt, gute vier km hin und her. Die sebastians statue ist sehr schwer und sogar die kleine marienstatue hats in sich. Der gut gelaunte pfarrer sang durchs megaphon, die gemeinde sang schleppend zurück. Der „fartura“-stand (schmalzkringel die mit zucker und zimt bestreut sind, ein muss bei festlichkeiten hier) war von einer heissen fettwolke und mehreren kindern umgeben. Das jugendorchester aus reguengos spielte die pathetischen stücke. Ich ging mit und machte fotos.

Today is a grey day and we all hope for rain. In the greatest heat there was the procession for s.sebastian last night. Its quite a long walk from telheiro to the sebastians chapel and back, about four kilometres and the statue is very very heavy. Even the little st.mary statue carried by children is heavy. The clergy sang along through his megaphone, the parish community who followed him sang somewhat more slowly back. The „fartura“shack was surrounded by a fat cloud and some kids (fartura is a kind of lard cake covered in sugar and cinnamon, a must at festivities here). The youth band of reguengos played the heavy solemn musical pieces fit for the occasion. I went with them and made pictures.

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