Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in münchen - 16.01.2018 um 15:08:34

  


Deneuve die letzte: ist sie zynisch oder blöd? Sie entschuldigt sich bei den betroffenen frauen der me-too bewegung (wahrscheinlich weil von berlusconi gelobt zu werden so attraktiv wie ein kopfschuss ist, sogar für sie) und macht dann alles noch schlimmer, indem sie im zusammenhang mit frauen die sich gegen übergriffe wehren das wort „totalitär“ benutzt. Sie und ihre freundinnen haben angst, dass diese bewegung zu einer totalitären gesellschaft führe. Wow. Also wenn sie sonst keine ängste hat, dann gratulation. Nachdem wir ja in einer welt leben, in der männer – immer noch und alle wissen es – frauen kaufen, verkaufen, mit frauen handeln, sie demütigen, kinder stehlen, frauen und kinder vergewaltigen ist doch das wort totalitär eher mit männermacht in verbindung. "ungeschicktes flirten" sei kein verbrechen - also das wäre dann eine frau an die wand zu knallen und sie mit gewalt "dazu zu überreden" dass sie das "doch auch will"?? Ich kann einfach nicht glauben wie verdreht diese frau im kopf ist.

Deneuve, the last entry: is she cynical or stupid? She apologizes to the women who are active in the me-too movement, (i suppose being praised by berlusconi must come as attractive as a shot in the head, even for her) and then she makes everything worse by uttering the word „totalitarian“ in connection with women who fight agains male violence. She and her friends are apparently afraid this movement“might lead to a totalitarian society“. Wow. If there are no other fears in her live: congrats. Since we live in a world where men buy and sell women and children, drug them, humiliate them, steal children, rape women and children it seems to me the world „totalitarian“ is closer to male power. "clumsy flirting" is not a crime, she says. clumsy flirting? throwing a woman against a wall and convince her with violence that "she wants that too"?? I can't believe how confused this women is!
luisa in one mysterious world - 15.01.2018 um 09:00:09

 soziale gerechtigkeitden bach runter 


Mittlerweile gibt es airbnb agenturen, die den wohnungs/hausbesitzerInnen die arbeit abnehmen. Eine mit sitz in london stattet die wohnungen/häuser sogar mit inneneinrichterInnen aus und macht luxusherbergen draus. Wo führt das hin? Jetzt schon werden geringverdienerInnen, studentInnen, rentnerInnen aus den städten gedrängt, für manche gibt’s nur noch die alternative in ein land auszuwandern, in dem die lebenshaltungskosten nicht so hoch sind. Die regierung ist eigentlich verpflichtet „schaden vom volk“ abzuhalten. Da ist natürlich die frage: wer ist das volk? Ich glaube nicht dass die sondiererInnen die sich um eine neue regierung bemühen, darüber schlaflose nächte haben werden.

Das beste am wiener tatort gestern war der tweet als reaktion von robert ide heute auf süddeutsche online: zehn leute bei einer wohnungsbesichtigung – ich zieh nach wien.
luisa in one world - 14.01.2018 um 07:54:23

 das licht in den bergen 


  


  


Guido mingels, hat aus seinen kolumnen im spiegel ein buch veröffentlicht: „früher war alles schlechter“ und hat zusammengetragen was alles heute viel besser ist. Ich finde das spannend, weil ja die meisten menschen das gefühl haben, dass früher alles besser, die winter kälter (stimmt), das leben einfacher (stimmt nicht), die probleme mit gewalt weniger waren (stimmt natürlich gar nicht). Gewalt, z.b. in der familie, war früher ein „kavaliersdelikt“, die flächendeckende agrochemie der fünfziger jahre war sicher nicht besser als das glyphosat problem heute. Wenn menschen sagen, dass früher alles besser war, sprechen sie natürlich auch von sich selbst: früher waren sie jung und womöglich unbekümmerter.
Für mich brachte jedes lebensjahr mehr erleichterung. Früher hatte ich gesundheitliche probleme ohne ende (ich war das zweite rhesus-positive kind einer rhesus-negativen mutter und wurde mit einem leberschaden geboren, hatte als kleinkind rachitis). Früher lebte ich wild und gefährlich (z.b. in afrika, indien, tibet, nepal und im gebirge auf der suche nach traditionellen heilmethoden und magie), heute lebe ich wild und weise – ich kann risiken abschätzen, bin gern in der natur unterwegs auch nachts, muss mir aber nichts mehr beweisen.
Früher hackte ich meine bücher in eine manuelle und dann in eine elektrische remington schreibmaschine, heute tanzen die finger mühelos über die tastatur des laptops. Früher hatten alle nur festnetz, heute ist kommunikation überall möglich, und das ist auf jeden fall in einer krisensituation von vorteil. Ich hab immer noch ein altes telefon mit wählscheibe und nur ein klapphandy dessen akku fast eine woche hält weil ich kaum telefoniere, kein smartphone, doch ich finde die erfindung des internets einfach grossartig. Da können die fünziger jahre wirklich nicht mithalten. Und sowieso nicht politisch: nach dem krieg, in meiner kindheit, waren überall noch nazis, die unvorstellbar viel macht hatten – daher die achtundsechziger bewegung, erinnert euch! Heute sind auch überall nazis, aber sie sind bekannt und werden kritisch wahrgenommen. Es scheint zwar dass wir viel mehr probleme mit gewalt und umweltzerstörung haben doch glaube ich, dass wir all das bewusster wahrnehmen, weil einfach mehr darüber berichtet wird. Wie ich schon im jahreshoroskop beschrieben habe: der hauptstrom ist problematisch, aber die unterströmungen, umweltbewegungen, bewegungen gegen gewalt, gegen rechtsradikalismus, gegen ausgrenzung von menschen, sind stark.

An editor of „der spiegel“, guido mingels, wrote a book called „in the past everything was worse“ (my translation). He was fed up with the eternal „in the past everything was better“ and proves now that poverty, violence, terrorism, wars, fear of future, pollution was definitely worse in the old days. When people say: everything was better then, they often talk of their own lives. They were young, maybe healthier, carefree…
For me every year of my life brought relief. I was born a second rh+ child of a rh- mother and had problems on end, my liver was weak, my bones damaged by rachitis. In the past my life was wild and dangerous, what with travels through africa, tibet, india on my own researching traditional healing and magic. Now my life is wild and wise, i know how to avoid risks and still enjoy my nights out in the bush.
In the past i hacked my books into my manual typewriter, later an electric remington. Today i have a laptop and can start with the end or the middle of a text if i like.
The invention of the internet and computers is simply brillilant, i wouldn‘t go back to the old days for anything in the world. In the old days we phoned from a line only, today we can call people and access internet anywhere in the world, which in case of crisis is great.
It might seem that violence and pollution, terrorism and catastrophies have increased but i think this impression derives from the fact that there is so much information about anything and everything. We get to know everything wether we want to know it or not.
The mainstream may be a problem but there are so many enchanting backwater-movements (organic food, future town, animal rights ecc) now.
luisa in one beautiful world - 13.01.2018 um 08:00:09

 sylvester im appenzell ist am dreizehnten januar 


  


 klausenlauf im appenzell 


entdeckungen in der 3sat mediathek:

schätze des südwestens/von löwen und königen sendung nur noch 3 tage zur verfügung:
zwar muss man sich zu anfang der sendung nochmal die sexuellen fantasien von professor conard anhören, der natürlich in einer vollen brust nur sexuelle motive entdeckt wo wir doch wissen, dass brüste in der geschichte der frauen mit nahrung, nicht wirklich mit sexualität in verbindung stehen (in afrika sind entblösste brüste bist heute kein sex-symbol)und dicke frauen bedeuten eben dass sie gut genährt sind, nicht selbstverständlich in der steinzeit.

egal. in diesem film kommt, o wunder, maria malina die grabungstechnikerin zu wort und nennt sogar den namen der ausgräberin der "venus vom hohlefels", allerdings nur ihren vornamen "aleksa" - sie ist schweizerin, heisst aleksandra mistireki und war bei der grabung praktikantin. ihr ist es zu verdanken dass das fragment, das sie unter einem kalkstein fand, überhaupt erkannt wurde.

zauberhaft:
schweizweit - ein altes appenzeller brauchtum, film von raphael engel, sendung vom 14. januar 2018
dieser film hat mich total berührt: kräftige, gestandene männer, die ihre larven basteln und mit schwersten gewichten durch die winterhügel laufen, die zugeben, dass ihnen beim zäuerlen (appenzeller gesang) die tränen kommen und die sich so wundersam verwandeln während sie die larven tragen. im gegensatz zu den perchten in bayern, die oft grob und hässlich sind und frauen angreifen, haben diese männer in ihren wundersamen kostümen eher etwas zartes, liebevolles.

luisa in one precious world - 12.01.2018 um 07:12:59

 der himmeltag und nacht geöffnet 


Meine vorstellung von luxus: Einen ort zu haben an dem es wirklich still ist, eine nacht, in der es wirklich dunkel ist, ein raum, in dem ich aufatmen kann, und ein erwachen ohne wecker und – immer was zu lachen. Was viele menschen weder kennen noch bedenken: ein körper, der sich (noch) geschmeidig bewegen kann. Das wird für mich immer kostbarer.

My idea of luxury: a place where it is really quiet, a completely dark night, a space where i can breathe and waking up without an alarm clock. And of course: always something to laugh about. What most people neither know nor think about: a body which is (still) flexible and moves without pain. That‘s more and more precious to me.

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