Das Auge

tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.
my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.
fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!
c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!
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luisa in one mysterious world - 29.05.2017 um 19:48:05

wieder in lissabon - nach der langen zeit auf dem land fand ichs sofort extrem anstrengend. touristenstroeme, das hotel erstmal grauenhaft, fenster zum luftschacht, keine frischluft, kein himmel (ich wechsle das zimmer). ich taumelte dahin wie alle, taptaptap, foto. ich bin nicht wie die - aber ja, das bin ich. ich wurde ein bisschen muerrisch, was gar nicht meine art ist.
dann ploetzlich tut sich da so eine kleine gasse auf, ich geh da rauf und runter und da ist ein fenster, wohnung? laden? kneipe? ein alter mann steht am eck, nickt mir zu. ich suche einen eingang, der vielleicht in diese hoehle da fuehren koennte. finde ihn und bin im zauberreich einer weinbar, ketten von wunderlichster kombination, allerlei kleiderzeugs. und da ist sie, die drachin. ich lege diese kette um und weiss die muss her. in ganz lissabon habe ich nichts gesehen, was dieser drachin gleicht. bin verzaubert. auf dem miradouro singt ein mann wunderbarst wie eine frau. oder ist es eine frau die wie ein mann singt? ich bin hingerissen. lissabon! na endlich.

photos folgen/pictures will follow

again in lisbon - after the long time in the country i found it immediately too exhausting. streams of tourists, the hotel horrible at first, a room without a window to the fresh air but to a backyard, black walls, the stench from toilets on every floor and from a bar downstairs (changed the room). i stumbled through the streets like everyone taptaptap click and so on. i'm not like them - but i am! i was a little grumpy, not my usual self really.
suddenly there is this little lane, i walk up and down, there is a window, shop? private? restaurant? an old man stands at the corner and nodds. i look for the entrance to this magical place. find it. winebar. in the back all sorts of clothes and jewellery. there is a necklace with an amulett - a dragon. i know i have to buy it. in all lisbon i haven't seen anything like this dragon amulett.i am bewitched!
on the miradouro a man sings brilliantly like a woman or is it a woman who sings like a man? i'm enchanted. lisbon. finally.
luisa in one beautiful world - 28.05.2017 um 07:45:07

  


  


  


 der erleuchtung ist es egal wie du sie erlangst 


Ich bin hier so ein bisschen die haushälterin der tiere. Die bienen haben im türstock einen kleinen laden aufgemacht, plötzlich quetscht sich eine aus einem kleinen loch raus, ich öffne die tür für sie. Aber fünf minuten später will sie wieder rein. Ich steh wieder auf und lass sie rein. Den wespen stelle ich ein schälchen wasser hin, nicht zu viel, sonst ersaufen sie. Ich lasse das alte holz und die alte rohrmatte für sie im garten, weil sie sich da für ihren bau das material absägen. Früher haben sie mich gestochen, jetzt kann ich durch das herumschwirrende völkchen gehen, ohne dass sie sich gestört fühlen. Die schlangen häuten sich im garten und neulich hat mich wieder eine gezwickt, weil sie sich bedrängt fühlte. Bei den göttinnen wohnen die osgas, die geckos. Ich mache dann morgens extra den fensterladen nicht auf, weil der von der sonne warm ist und sie sich da gern aufhalten. Die marder wohnen unter dem dach und den motten lege ich meine schönsten pullover hin – nein das letzte war spass, aber sie fressen sie natürlich obwohl ich sie vor ihnen zu verbergen suche.

I am more or less the housekeeper of the animals here. The bees have started a little shop in the doorframe, suddenly one emerges from a hole and wants to get out. I open the door for her. But five minutes later she wants to get in again. I get up and let her in. I put some water in a bowl for the wasps, not too much or they'd drown, they need old wood and cane to built their fantastic house, i leave it for them in the garden. They used to sting me but now i can walk through the humming cloud without disturbing them. The snakes shed their skin in the garden. The other day one gave me little kiss because i came too close. The osgas, the geckos, live in the goddess place. I don't open the shutter in the morning because it's nice and warm and they love to sit there. Under the roof there are some housemartins and i put out my best pullovers for the moths – no this last remark was a joke of course, but they eat them all the same although i try to hide them.
luisa in transition - 27.05.2017 um 09:03:49

 die wäsche trocknet an der sonne 


 besuch von renate und hias 


 the past floating by 


Im fremden jetzt vertraut geworden
ist mir das vertraute plötzlich fremd
erinnerungen an die alten zeiten -
bin schon zeitzeugin meines eigenen lebens
eine katze vor der offenen tür
schaut kurz herein und verschwindet


I've become familiar with the unfamiliar
and what was so close to me is now remote
memories of old times -
I've become a witness of history
of my own life
a cat stops in front of the open door
and vanishes

luisa in one world - 25.05.2017 um 10:22:28

 abends ein gewitter 


 die haubenlerche singt den tag an 


Auch so ein mythos: einheimische. „wir haben mit einheimischen gesprochen!“ toll. „wir essen da wo die einheimischen essen“. Was die einheimischen hier essen ist für mich ehrlich gesagt nicht immer verdaulich, schweinefleisch mit muscheln zum beispiel. Die einheimischen haben leider einen sehr anderen geschmack als ich (doch ich liebe alentejo suppe).
Der dorfladen ist natürlich super, aber ich kaufe auch sehr gern bei „intermarchè“ ein, das ist eine französische supermarktkette, die haben leckeren käse, biomilch und bio putzmittel. Bio ist für die einheimischen kaum ein thema. Obwohl wir eine kläranlage haben, die nur mit sand, steinen, kohle und anderen naturmaterialien arbeitet, hauen sie natürlich ihre giftigen putzmittel ins klo. Putzen ist heilig. Ständig wird gewischt, gefegt, haus, garten, hof, strasse geputzt. Ich putze schon auch, muss man, es gibt einfach viel sand und staub, schwalbenscheisse, hundedreck. Wenns regnet steigt die möglichkeit dass wände feucht werden. Lüften ist eine gute alternative zu dem gift das monsanto hier neuerdings einbringt. Und natürlich: kalk statt plastikfarbe, kalk ist gut gegen schimmel, hält viecher ab und macht gutes klima – und das wissen die alten frauen hier sehr genau, während die jungen lieber die plastikfarbe nehmen, weil sie besser deckt. Die alten streichen halt zweimal im jahr die wände.Ich auch.

A great myth: the natives. „we spoke with natives“ big deal! „we eat where the natives eat“ - not necessarily. For me the alentejo dishes are not always digestible, like pork meat with mussels/clams. The natives – alas! - have quite a different taste to my own (yes, i love alentejo soup).
The little shop in the village is brilliant but i must confess i quite enjoy what „intermarché“ the french supermarket offers: good cheese, organic milk and cleaning/washing liquids which are managable for the environment. Organic? Hardly an issue here. The sewage of the village is cleaned with coal, sand, rocks and other natural ingredients. But the village people chuck their poisonous household cleaners in the loo all the same. And cleaning is sacred. There is a constant washing, brushing, cleaning, scrubbing of houses, terraces, cars and even the street going on. I do a lot of cleaning too, there is simply too much dust, dirt, dogdirt, swallow shit ecc. when the weather is bad the possibility of damp walls rises. Airing the place is a good alternative to the crap monsanto is introducing here now. And chalc for the walls of course. Holds the mould at bay and insects don't like it. The old women here know it well, but the young ones prefer plastic paint for the walls because it covers spots better. The old women whitewash their walls twice a year. So do i.
luisa in one beautiful world - 24.05.2017 um 09:34:42

  


Im yoga geht’s ja immer darum beim eigenen empfinden zu sein, nicht zu weit zu gehen und nie in den schmerz. Da musste ich gestern - ursual aus der schweiz ist da und kam zum yoga mit - an meine schulzeit denken. Turnunterricht: wie – eigenes empfinden? Ein kind hat kein empfinden zu haben und den anweisungen der lehrerInnen zu folgen. Bockspringen! Folter! Ich war klein und dürr und landete immer immer sehr schmerzhaft auf der kante, dann wurde ich vor der klasse geschimpft dass man es so eben nicht machen darf.
Oder völkerball, dieses killerspiel. Zwei teams in zwei feldern schiessen alle gegnerInnen ab. Ich wurde nie gewählt, immer sofort abgeschossen und war dann hinten zufrieden. Schoss niemand ab, traf auch nicht. Ich fiel oft in ohnmacht und wurde nach hause getragen. Im laufen war ich die beste – flucht war ein willkommener reflex. Ich lief 11,6 auf 100m und sollte zu den bundesjugendspielen, gefördert werden, hatte aber keine lust. Daran dachte ich, als wir in wunderbarer entspannung lagen und ich froh war, dass ich jetzt eine andere art von kindheit erleben kann.

In yoga it's all about not going too far, never ever into pain. I was thinking about schooldays yesterday in yoga, ursula from switzerland visited and came along to yoga. Sports lessons in school: never go too far and stay with your own feelings? Children are not supposed to have their own feelings and evaluations. Follow the order of teachers. We had to jump over a fat leather body with four high legs. I was skinny and small and invariably landed on the edge of the monster on my pubic bone, very painful, and then was told off that i was doing it the wrong way.
And there was this ball killer game where two teams fought another and shot the „enemy“ with the ball. I was never elected, immediately shot, stayed in the back quite happily, never shot anyone myself. I often fainted and was carried home. But in running i was the best, flight was a welcome reflex. I did 100 meters in 11,6 seconds, was supposed to get good training and participate at competitions but i didn't want to.
That's what i thought about when we lay in relaxation and i was so glad i can live a different kind of childhood now.

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