tagebuch / diary

in meinem tagebuch schreibe ich in unregelmässigen abständen über ereignisse, gedanken, träume in meinem leben.

my diary reflects my thoughts, dreams and the events of my life.

fin'ora non riesco ancora di scrivere il diario internet in italiano, ma farò uno sforzo qualche volta!

c'est difficile pour moi ecrire mon journal internet en francais mais je veux essayer quelche fois!

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luisa in retreat - 19.01.2023 um 10:43 Uhr

the living goddess - die lebendige göttin

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its so cold the lake is steaming - es ist so kalt dass der see dampft

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die portugiesische regierung hat alle alten leute vor der kälte gewarnt, wir sollen mehrere schichten kleidung anziehen und heisse getränke trinken, aber keinen alkohol. ha. so lebe ich schon immer wenns kühler wird. die meisten hier haben ja keine heizung. ich auch nicht. nur einen rippenheizer mit öl, wenn der die wärme erreicht hat schaltet er sich aus, geht super. der boden allerdings eiskalt.

heute nacht träumte ich dass ich religionslehrerin war (ich, ausgerechnet). ich stand vor der klasse und sagte: ich bin eure religionslehrerin und ich möchte, dass ihr aufschreibt was ihr mit dem wort "gott" assoziiert. ich setzte mich im traum hin (und beschloss meine definition den kindern nicht zu zeigen) und schrieb: eine imaginäre autorität die zugleich die (lebendige) große mutter ersetzen und die totale patriarchale kontrolle einführen sollte. ich wachte auf und dachte: genau! und warte schon mein ganzes leben darauf dass ich wegen gotteslästerung angezeigt werde, denn die auseinandersetzung mit der gottes-autorität (nicht sichtbar, nicht beweisbar aber unglaublich mächtig in allen patriarchalen religionen, um menschen zu kontrollieren, zu strafen und sogar zu töten) ist mein parallelthema zur geschichte der frauen. einmal war eine ausstellung über "hexen" in saarbrücken und ich wurde eingeladen einen vortrag zu halten. der war offenbar so krass dass plötzlich zwei herren da standen, polizisten in zivil, die sagten es liege eine anzeige gegen mich vor. meine personalien. ich sagte: fragen sie doch den veranstalter. ich hörte nie mehr was von denen.

 

the portugese government warned all old people of the cold, we are supposed to wear several layers of clothes and drink hot liquids but no alcohol. well thats how i live in cooler times anyway. most people here have no heating. neither do i. i have an electric heater which turns itself off when the heat is reached.

last night i had the strangest dream: i was a teacher for religion. i stood in front of the class and said: i am your teacher for religion and i want you to write down what you associate with the word "god". i sat down as well (deciding not to show my definition to the kids) and wrote: an imaginary authority which was invented to replace the (living) great mother and install total patriarchal control. i woke up and thought: yes, thats exactly how i feel about god. i have been waiting all my life to be dragged to court for blasphemy, because the dispute about the patriarchal god has been an issue all my life next to researching the herstory of women throughout times and places. god - not visible, not provable but incredibly powerful in all patriarchal religions to control, punish and even kill people. i was once invited to an exhibition about "witches" at saarbrücken and my lecture was so radical that two men came up to me, police, and told me someone had reported me to the police for blasphemy, i was to give them my name ecc. i said: ask the organizer of this event. never heard from them again.


luisa in gedanken - 18.01.2023 um 11:41 Uhr

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brilliant work by doris salcedo at the fondation beyeler

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ilse an rothko

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lu im boheme

wahr ist dass museen es im grunde allen menschen ermöglichen kunst zu sehen. es gibt in vielen museen an einem tag freien eintritt, es gibt sehr günstige jahreskarten und das beste sind glaube ich die museumspädagogischen angebote für kinder.  dennoch habe ich immer so ein unangenehmes gefühl wenn ich wie alle anderen sinnend vor einem bild stehe und es plötzlich so morbid finde. wenn man bedenkt wie wild und kreativ die ateliers sind und dann diese fast religiöse präsentation. in die bürgerliche zukunft eingefroren. allerdings hätte ich louise bourgeois' cells, spinne, zeichnungen niemals ohne das oxford modern artmuseum oder das haus der kunst gesehen. art comes to die in museums, scherzt meine schwester. als ich drüber nachdachte war mir aber klar: art comes to genfs zollfreilager to die. denn was die multimilliardäre und oligarchen da bunkern wird wahrscheinlich nie mehr das licht des tages sehen. eigentlich sollte man drum die eigenen werke gar nicht verkaufen damit sie nicht etwa im kunstgefängnis landen. naja, bei meinen ist die gefahr schon recht gering. aber ich verkaufe ja auch so ungern was. ich mag kunst am liebsten in ateliers oder wohnungen wie z.b. im atelierhaus lichtenberg /margarete petersen und dietmar buchmann, im atelier von carin e. stoller in der froschamerstrasse 14 im kulturpark oder von malte masemann in leipzig,  zuhause bei margret greenman, oder online von rosa loy. ich liebe es wenn kunst mitlebt! besonders toll fand ich die chambres des amies in gent/belgien, wo man bei leuten zuhause ihre kunstwerke anschauen konnte. das frauenmusem wiesbaden und casa das historias paula rego sind allerdings wie ein zuhause für mich. im guggenheim bilbao war ich noch nicht, aber ich will im sommer auf dem weg zum kühleren norden hin. und wer bei mir kunst und göttinnen im alentejo/portugal anschauen will: einfach bescheid geben.

 

it is true: museums make it possible for everybody to see art and especially their programs for children are really great. and most museums have quite inexpensive membership tickets. however - when i stand in front of a picture in a museum like all the others, in a kind of religious admiration i find it difficult to not notice the morbid atmosphere this kind of admiration has - frozen into the bourgeois future (o and by the way, true,  i would have never seen louise bourgeois cells, spider, drawings without the oxford modern art museum or haus der kunst munich).

art comes to museums to die, said ilse ironically. i thought about it all night and now think: art comes to geneva's customs freeport, where all those billionaires and oligarchs stash their expensive art, to die because what's in there it will never see the light of day, free of taxes it has to stay incarcerated. now that's the sickest way for your art to end up in i think. for my art there is no danger of that kind because for once i don't particularly like to sell and the market is not interested in my kind of art. i am very interested in art of that kind. art living in homes, in workshops, living with the people who love it. there was once an art project, some time ago, at gent/belgium called: chambres des amies. you could go to private homes and look at their pictures and artworks. it was brilliant. i love the artists workshops of my friends (carin e. stoller, margarete petersen, dietmar buchmann, malte masemann for instance), i love to see margret greenmans art in her home and i adore rosa loys pictures. the women's museum at wiesbaden and casa das historias paula rego at cascais are like a home for me. i have never been to guggenheim bilbao but planning to go there in summer on my way to the cooler north. and if you want to see art or the goddesses in my place in the alentejo: just tell me.


luisa in rückzug - 17.01.2023 um 10:33 Uhr

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ich kam also von der langen und wunderbaren ilse-geburtstags-reise wieder am busbahnhof von evora an. da stand mein auto. Als ich es anliess roehrte es.Auspuff kaputt? ich hatte einen kleinen nervenzusammenbruch. es regnete heftig.  Ich stotterte dahin zu meinem mechaniker. stellte das auto ab, lief im regen zum supermarkt, deckte mich mit nahrungsmitteln ein und rief meinen taxifahrer an, der mich auch tropfnass noch einsteigen liess. nach einem regensturm nachts kommt jetzt die sonne durch. ich liege im bett und bin beleidigt.

 

came back to the evora bus station from the long and wonderful  ilse's birthday trip, where my car was waiting for me. i got in, started the motor and froze: a horrible noise. The exhaust? I had a little nervous breakdown, left the car at the garage, ran to the supermarket in a fierce rainstorm, bought enough food for weeks, phoned my usual taxidriver and went home (he didn't mind that i was soakind wet). now, after a night of buckets of rain, the sun came out. i'm in bed. sulking.


luisa in Gedanken - 14.01.2023 um 09:20 Uhr

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Der kampf der klima aktivist*innen hat mich angeregt nochmal nachzudenken wie erfolgreich oder eben nicht mein engagement war:greenham common, keine stationierung von pershing raketen. Ja. Erfolgreich. aber jetzt haben halt z.b. nordkorea und russland atomraketen. Wackersdorf - erfolgreich wiederaufbereitungs anlage verhindert. Abtreibungs demo, am odeonsplatz von der polizei wurden wir als "kriminelle" eingekesselt -resultat erfolgreich, aber halt nur mit beratung. Gewalt in der familie - ist jetzt nicht mehr das hobby des familienmannes sondern eine straftat.  Ist die welt dadurch sicherer oder besser veworden ? Leider nein... so vieles was mal verboten war und bestraft wurde ist jetzt legal. Es braucht zivilen ungehorsam (ohne gewalt). Denn: wo unrecht recht ist wird widerstand pflicht


luisa in gedanken - 12.01.2023 um 07:32 Uhr

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sprache ist mächtig. wir werden durch worte, durch sätze gesteuert. die magie der worte beherrscht die werbung perfekt

worte und redewendungen setzen sich fest:

herrenhaus   /   frauenhaus   /   herrlich   /   dämlich  

wenn es köstlich gewesen ist so ist es mühe und arbeit gewesen!

stand auf unserem familiengrabstein

unter den spruch leg ich mich nicht, sagte meine mutter und löste das grab auf.

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